Karpfenarten - Der Wildkarpfen

Der Wildkarpfen ist die Urform aller Karpfenarten. Er besitzt am ganzen Körper Schuppen. Seit Körperbau ist im Gegensatz zu den heute verbreiteten Karpfen flach und spindelförmig.

Alle heute bekannten Karpfenarten wurden aus den Wildkarpfen gezüchtet. Durch jahrelange Selektion und Kreuzungen wurde von Mönchen eine Form der Karpfen gezüchtet, die einen höheren Körper und dadurch auch mehr Fleich enthält.

Später wurden die Karpfen in grossen Fischzüchtereien auf Schnellwüchsigkeit und Fleischansatz gezüchtet.

Die Widerstandsfähigkeit der Wildkarpfen

Der Wildkarpfen kennzeichnet sich durch seine Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten aus. Man führt dies auf den erhöhten Hämoglobin- und Vitamin A- Spiegel im Blut dieser Karpfen zurück. Auch der Anteil an roten Blutkörperchen im Blut dieser Karpfenart ist um 20% höher als bei den domestizierten Karpfen.

Reinform der Wildkarpfen

Reine Wildkarpfen sind heute kaum mehr anzutreffen. Die geringen Bestände der Wildkarpfen, die in den Gewässern noch vorhanden sind, wurden durch die Einkreuzung von Schuppenkarpfen eleminiert. Die Wildform dieser Karpfen hat sich mit den domestizierten Formen vermischt. Daher existieren fast keine Gewässer mehr in denen diese Karpfen in ihrer Reinform vorhanden sind.

Es gibt jedoch Bestrebungen von Anglern und engagierten Naturschützern, die diese Art der Karpfen zu erhalten versuchen.

Fangmeldungen zu Wildkarpfen

Das Durchschnittsgewicht der Wildkarpfen liegt bei ungefähr 3 Kilo. Nur sehr selten werden solche Karpfen mit bis zu 5 Kilo gefangen.

Es existieren bereits viele Fangmeldungen von Wildkarpfen von bis zu 16 Kilo. Jedoch sollte man mit derartigen Angaben sehr zurückhaltend sein. Meist handelt es sich dabei um Mischformen zwischen Wildkarpfen und Schuppenkarpfen.

Ein zuverlässiger Nachweis ist nur durch eine Blutprobe möglich. Diese sehr aufwändige Prozedur ist am See nicht machbar.

Der Wildkarpfen ist in der Natur in seiner Reinform kaum noch anzutreffen und steht daher auf der Rote Liste gefährdeter Arten.